Orgel für die Schlosskapelle

Bild Schlosskapelle
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Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts wird auf Schloss Waldenburg eine eigene Kapelle erwähnt, die seit 1567 mit einer Rottenstein-Orgel ausgestattet war. Nach dem verheerenden Brand im April 1848 wurde das Schloss zwischen 1855 und 1859 neu errichtet, wobei auch eine Schlosskapelle zum engeren Raumprogramm gehörte. Sie wurde im Souterrain des Hauptbaues unterhalb des großen Festsaales eingerichtet. Der Kirchenraum erstreckt sich durch zwei Geschosse und erhält dadurch bei nur ca. 8,50m mal 13,50m Grundfläche eine beachtliche Höhe von fast 7,00m. Zwei Säulenpaare tragen das neoromanische Kreuzrippengewölbe, welches den Raum in drei Joche mit einem dominanten Mittelschiff und zwei kleineren Seitenschiffen unterteilt. über dem Haupteingang wurde eine kleine Empore angelegt. In den Jahren des großen Schlossumbaues 1909-1912 wurde die Kapelle farblich neu gefasst und mit neuem Gestühl versehen. Die Dresdner Firma Jahn & Sohn lieferte eine zweimanualige Orgel mit pneumatischer Traktur, welche im hinteren Mittelschiff Platz fand. Täglich wurde die Schlosskapelle für Morgenandachten der Schlossbewohner und Angestellten genutzt, in den Jahren 1936-1939 fanden alle liturgischen Handlungen der St. Bartholomäuskirche hier statt, da die Stadtkirche seinerzeit grundlegend restauriert wurde. Nach dem Krieg wurde die bewegliche Ausstattung der Schlosskapelle in die Stadtkirche ausgelagert und die Orgel verschrottet. Im Kirchenraum selbst wurde zunächst eine Tischlerei eingerichtet.

Seit den 1960er Jahren wurde die Einrichtung einer Röntgen-Abteilung für die Heilstätte immer dringender notwendig. Da von einer solchen Abteilung der Fortbestand des Krankenhauses und damit der dauerhafte Erhalt des gesamten Schlosses abhing, wurde die Entscheidung getroffen, den Raum der Kapelle hierfür zu opfern. Die Empore wurde abgetragen und die Werksteinarbeiten im unteren Keller gelagert. Auf der Höhe des Erdgeschosses wurde eine Trenndecke eingebaut. Die Säulen wurden sorgsam ummauert, die Anstöße der Decke an den Säulen und Fenstern durch Dachpappe und Dämmwolle gesichert. An der eigentlichen Sandsteinarchitektur des Raumes sind durch diese sachliche Vorgehensweise keine Schäden entstanden. Lediglich der originale Fußboden musste wegen der notwendigen technischen Kanäle weichen. Im Untergeschoss der ehemaligen Kapelle wurden einzelne Zweckräume der Röntgenabteilung eingerichtet und im Obergeschoss ein Speisesaal für Patienten geschaffen.

Seit März 2005 fanden Restaurierungsarbeiten an der Kapelle statt. Der Landkreis Chemnitzer Land als Bauherr konnte Fördermittel erlangen, die dazu erforderlichen Eigenanteile konnten durch den ARTIS CAUSA e.V. zur Verfügung gestellt werden. Ab August 2005 waren die Abbrucharbeiten abgeschlossen und die schrittweise Rekonstruktion erfolgte. Der Raum erhielt in diesem Zusammenhang auch eine Fußbodenheizung. Unser Verein unterstütze den Landkreis bei der Planung und beriet bei zahlreichen denkmaltechnischen Detailfragen während des Baufortgangs. Das originale Gestühl und die Gemälde, die seit Kriegsende in der Stadtkirche verwahrt wurden, konnte durch ARTIS CAUSA zurückgeführt und die Gemälde (Kreuzigung und Grablegung Christi) mit Hilfe des Förderfonds der Kreissparkasse Glauchau in Dresden restauriert werden. Ein ganz besonderer Glücksfall war, dass ein Instrument der Orgelbaufirma Jahn & Sohn, Dresden, aus dem Krankenhaus Zwickau durch den Verein erworben werden konnte, welches aus dem gleichen Erbauungszeitraum wie die ursprüngliche Orgel stammt. Weiterhin war der Erwerb noch fehlender Register aus der Orgel der Kirche Brockwitz bei Meissen möglich, da wegen des dort entstandenen Neubaus alte Jahn-Register von 1907 abgegeben wurden.

Mit der 2009 durch die Firma Bochmann, Kohren-Sahlis, eingebauten Orgel im Stil der Firma Jahn & Sohn konnte die Lücke der fehlenden originalen Orgel mit einem adäquaten Instrument ersetzt werden. Der Orgeleinbau erfolgte mit großzügiger Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Chemnitz.

Die Disposition der spätromantischen-orchestralen Konzertorgel lautet:

3 Normal-, 4 Suboctav- und 4 Superoctavcoppeln, 3 feste und 2 freie Vorbereitungen, Crescendotritt und Schwellwerke für Manual I und Manual II/Pedal.