Schlossbibliothek Waldenburg

Blick in die Schlossbibliothek
Blick in die Schlossbibliothek
Blick in die Schlossbibliothek
Blick in die Schlossbibliothek
Blick in die Schlossbibliothek
Dr. Lutz Mahnke (links) und Tobias Teumer (rechts) nach der Unterzeichung des Vertrags

Die organisch gewachsenen Bücherbestände des Hauses Schönburg-Waldenburg wurden beim Schloßbrand 1848 zerstört. In den Folgejahren wurde zumeist Fachliteratur erworben sowie solche Bücher, die zur Ausstattung eines standesherrlichen Hauses gehörten.

Beim großangelegten Um- und Erweiterungsbau des Schlosses Waldenburg 1909-1912 unter der Leitung von Gustav Frölich wurde durch den speziell mit dieser Aufgabe betrauten Architekten Willy Meyer der heutige Bibliotheksraum geschaffen. Alle tragenden Bauteile wurden von der Firma Kell und Löser, Dresden, in Stahlbeton gefertigt und von der Dresdner Hofbildhauerfirma Udluft & Hartmann in Rüstertäfelung ausgestattet. Das farbige Deckenoberlicht wurde von Prof. Joseph Goller, ebenfalls Dresden, erstellt. Die renommierte Wiener Firma J. & L. Lobmeyr lieferte die Kronleuchter.

Unter Günther Fürst von Schönburg-Waldenburg (1987-1960), u.a. Mitglied der Gesellschaft der Bibliophilen, wurde kontinuierlich eine wertvolle Hausbibliothek aufgebaut. Bei deren Zusammenstellung standen dem Fürsten befreundete Literaten und Verleger wie Georg Minde-Pouet, Max Hecker, Hans Wahl, Werner Detjeen oder Anton Kippenberg hilfreich zur Seite. Nach Kriegsende wurde Ostern 1946 die Bibliothek verpackt und als Kriegsreparation Richtung Sowjetunion abtransportiert, eine Nachricht, die den damals in Celle lebenden Fürsten tief erschütterte.

In den Jahren 1946-1998, in denen Schloß Waldenburg als Heilstätte genutzt und dadurch erhalten wurde, befanden sich in den Regalen der Bibliothek eine kleine medizinische Fachbuchsammlung, eine Patientenbibliothek sowie das Archiv für Patientenakten. Ab 1998 stand der Raum völlig leer und bot einen sehr seelenlosen, traurigen Anblick.

Im August 2004 wurden auf Initiative des Vereinsvorsitzenden des ARTIS CAUSA e.V. Depotbestände der Ratsschulbibliothek Zwickau nach Absprache mit deren Direktor, Herrn Dr. Lutz Mahnke, als Dauerleihgabe an den ARTIS CAUSA e.V. nach Schloß Waldenburg gebracht. Seit der Eröffnung der Bibliothek anläßlich eines Besuches des Freundeskreises der KulturStiftung der Länder am 18. September 2004 ist der Raum wieder in alter Schönheit erlebbar. Die ca. 6000 Bücher des späten 16. bis frühen 20. Jahrhunderts, mit dem Schwerpunkt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, entsprechen ihrem Alter und Inhalt nach etwa denen der historischen Sammlung. Englische und französische Originalsausgaben, deutsche Klassiker, Bildbände sowie Bücher zu philosophischen, historischen, juristischen und botanisch/zoologischen Themen finden sich ebenso wie griechische und lateinische Klassiker und Nachschlagewerke.
Die Bibliothek soll im möglichen Maß der öffentlichkeit nutzbar gemacht werden.