Veranstaltungsdetails

Sun, 07. September 2003 - 17:00 Uhr: Blauer Saal Schloss Waldenburg
Tim Vogler, Violine - Frank Reinecke, Violine - Stefan Fehlandt, Viola - Stephan Forck, Violoncello

Konzert mit dem Vogler-Quartett

Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Quartett op. 12
Adagio non troppo
Allegro non pardante
Canzonetta. Allegretto
Andante espressivo
Molto allegro vivace

Leos Janácek (1874-1928): "Intime Briefe"
Andante con moto - Allegro
Adagio - Vivace
Moderato - Adagio - Allegro
Allegro - Andante - Adagio

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Quartett Nr. 9 op. 59
Introduzione. Andante con moto
Allegro vivace
Andante con moto, quasi Allegretto
Menuetto. Grazioso
Allegro molto

Vogler - Quartett
Das VOGLER QUARTETT hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1985 zu einem Begriff für außergewöhnliche musikalische Intelligenz und Quartettspiel auf höchstem Niveau entwickelt. Ein Repertoire, welches weit mehr als 200 Werke aller Epochen und Stilrichtungen umfaßt, ein homogen gewachsener Streichquartettklang mit größtem Nuancenreichtum und unkonventionelle Programmgestaltung zeichnen das Ensemble aus.

Die vier Musiker, die seit Januar 1986 in derselben Besetzung miteinander musizieren, studierten an der Berliner Hochschule für Musik“Hanns Eisler“ und wurden im Quartettspiel von Prof.Eberhard Feltz unterrichtet, der auch schon die beiden Geiger ausgebildet hatte.

Im Mai 1986 erregten sie erstmals internationales Aufsehen, als sie den Streichquartettwettbewerb in Evian/Frankreich mit Mehrfachpreisen spektakulär gewannen. Um den vielen aus dieser Auszeichnung resultierenden Konzertverpflichtungen gewachsen zu sein, widmeten sie sich erst einmal einem grundlegenden Repertoirestudium.
So prägte ein mehrmonatiger Studienaufenthalt in Cinncinati beim Lasalle Quartett tiefgehend die Arbeitsweie und musikalische Vorstellungswelt der jungen Künstler. Die Zusammenarbeit mit Walter Levin reichte weit über diese Zeit hinaus. Es folgten Kurse bei Arnold Steinhard vom Guarneri Quartett, und bei Sandor Vegh.
In jüngerer Zeit erhielt die Arbeit des Quartettes durch György Kurtag wesentliche Impulse.

Inzwischen konzertiert das Vogler Quartett regelmäßig in den bedeutenden Musikzentren Europas, den USA, Kanada, Japan und Israel.

Mit RCA/ BMG-Classics wurden CD’s mit Werken von Beethoven,Berg, Brahms, Debussy, Janácek, Schostakowitsch und Schumann aufgenommen. Darunter ist die Gesamteinspielung aller Quartette von
Schumann und Brahms.
Im April 1999 erfolgte eine Aufnahme mit Regers Streichquartett op.109 und dem Klarinettenquintett mit Karl Leister für das Label Nimbus. Im Februar 2001 wurden, ebenfalls für Nimbus, die beiden Streichquartette Karl Amadeus Hartmanns sowie das Streichquartett von Hanns Eisler eingespielt. Diese Aufnahme erscheint im Frühjahr 2002.

In der Heimatstadt Berlin veranstaltet das Vogler Quartett seit 1993 im Konzerthaus (ehemaliges Schauspielhaus) eine eigene Konzertreihe, die einen herausragenden Platz in der Berliner Konzertlandschaft einnimmt, da sie hervorragend besucht wird und ihrem Publikum die Teilnahme an der Entwicklung des Ensembles, seinem Repertoire und den Interpretationen ermöglicht.
Seit dem Jahr 2001 bietet das Vogler Quartett auch in Neubrandenburg mit großem Erfolg eine Konzertreihe an.

Seit mehreren Jahren geben die Musiker Ihre Erfahrungen an Studenten weiter. Sie unterrichten sowohl in Nationalen und Internationalen Meisterkursen als auch bereits seit 1993 im Rahmen von Lehraufträgen an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin.

Tim Vogler und Frank Reinecke hatten von 1996-99 eine Gastprofessur für Violine an der Detmolder Musikhochschule inne.

Seit 1999 ist Stephan Forck Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin.

Ebenfalls seit 1999 ist das Vogler Quartett „Quartet in Residence“ im County Sligo/Irland. Auf Initiative von Music Network und dem Arts Council Sligo wurde diese Residence eingerichtet um auf vielen verschiedenen Ebenen Kammermusik in dieser Region zu kommunizieren.
Das Projekt ist bislang einmalig in Europa. Das Vogler Quartett hat dort ein eigenes Festival, das ESB Vogler Spring Festival, welches im Mai 2001 zum 2. Mal mit großem Erfolg stattfand. Es gibt eine Konzertreihe in Sligo, welche vom Quartett als künstlerischer Leiter betreut wird.
Regelmäßig gibt das Vogler Quartett Themenworkshops zu Werken, Musik, Kammermusik, Interpretation vor Schülern aller Altersgruppen sowie Studenten.
Das Quartett kooperiert mit einer neugegründeten Musikschule und unterrichtet dort auch von Zeit zu Zeit, für professionelle Musikstudenten gibt es eine Masterclass für Kammermusik, welche jährlich im Sommer stattfindet.

So kann man sagen, daß das Projekt sich mit einer zentralen Frage für Musiker von heute befaßt: Mit der Generierung von Publikum aus allen, speziell aber den jüngeren Generationen sowie der Kommunikation von Musik; ein Versuch zu helfen, die tiefen Gräben zwischen Künstlern und Publikum zu durchbrechen.

Neben der intensiven Beschäftigung mit dem klassischen und zeitgenössischen Streichquartettrepertoire arbeitet das Vogler Quartett oft mit anderen renommierten Künstlern zusammen, um Quintette, Sextette und Oktette etc. spielen zu können. Diese Begegnungen helfen immer wieder, den Blickwinkel zu ändern oder den musikalischen Horizont zu erweitern und sind so ein ganz wichtiger Bestandteil des Quartettlebens. Zu den Konzertpartnern der letzten Jahre gehörten Bernhard Greenhouse, Eduard Brunner, Paul Meyer, Ib Hausmann, Karl Leister, Menahem Pressler, Ralph Gothoni, Boris Pergamentschikow, Michel Dalberto, Isabelle van Keulen, Michael Collins, Bruno Canino, Rainer Kussmaul, Cherubini Quartett, Petersen Quartett, Artemis Quartett, Arditti Quartett, Jörg Widmann u.a..

Zu den herausragenden Projekten der zurückliegenden Spielzeiten zählt u.a. die Mitwirkung an einem Beethoven-Zyklus zusammen mit fünf weiteren international bekannten Quartetten in 15 europäischen Städten, darunter Athen, Bilbao, Berlin, Madrid, Lissabon, Paris.
Einen wichtigen Stellenwert nimmt die Erarbeitung von zeitgenössischen Werken ein. Erwähnenswert die Aufführung des 2. Streichquartettes von Morton Feldman mit einer Dauer von fünf Stunden, welches mit großem Erfolg bei der MusikBiennale in Berlin 1999 aufgeführt wurde oder die Teilnahme an dem Wolfgang Rihm Zyklus auf der EXPO 2000, wo das Vogler Quartett gemeinsam mit dem Arditti Quartett alle Streichquartette von Wolfgang Rihm aufführte.
Für die kommenden Spielzeiten sind neben zahlreichen Konzertverpflichtungen im Inland und den europäischen Nachbarländern eine erneute Tournee in die USA/Kanada sowie Reisen nach Japan und Australien in Planung.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Vogler-Quartetts.


Tim Vogler
Tim Vogler wurde 1966 in Berlin(Ost) geboren.
Nach ersten Versuchen mit 5 Jahren begann die regelmäßige Violinausbildung mit 7 Jahren.
1978 wurde er an die Spezialschule für Musik „Hanns Eisler“ aufgenommen und wurde von diesem Zeitpunkt Student von Prof.Eberhard Feltz.
1983 Beginn des Studiums an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Als Preisträger mehrerer Jugendwettbewerbe Konzerte als Solist in verschiedenen Ländern des Ostblocks.
Tim Vogler besuchte Meisterkurse bei Wofgang Marschner, Sakhar Bron, Saschko Gawriloff und Menahim Pressler.
1985 Gründung des Vogler Quartettes, welches seitdem der Hauptinhalt von Tim Voglers künstlerischer Ausrichtung ist.
1986 beginnt mit dem Quartett die internationale Karriere.
1992-96 unterrichtete Tim Vogler im Lehrauftrag an der Hochschule“Hanns Eisler“ Berlin Kammermusik.
1996-99 Gastprofessur für Violine an der Hochschule für Musik Detmold.
Wenn es Gelegenheiten gibt, beteiligt sich Tim Vogler sehr gerne an Projekten außerhalb des Quartettes, um solistisch oder in anderen kammermusikalischen Besetzungen zu spielen.


Frank Reinecke
Frank Reinecke:
wurde 1964 in Görlitz geboren und stammt aus einer Musikerfamilie
beginnt als 6-jähriger Geige zu spielen
von 1976 – 82 Schüler an der Spezialschule für Musik in Berlin , ab 1979 in der Klasse von Professor Eberhardt Feltz
von 1982 bis 1887 Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und an der University of Cincinnati beim LaSalle Quartet 1989
ist seit seiner Gründung 1985 Mitglied des VOGLER – Quartetts mit dem er seitdem weltweit konzertiert
neben der Arbeit im Quartett ist er auch als Gast in anderen Kammermusikformationen und als Solist tätig
bisher in Dänemark, Polen,Deutschland und den USA
1991 Lehrbeauftragter für Kammermusik an der Berliner Hochschule „Hanns Eisler“
1996-99 unterrichtete er im Fach Violine an der Detmolder Musikhochschule


Stefan Fehlandt
geb.1964 in Neubrandenburg (Mecklenburg Vorpommern), Pastorenfamilie mit musikalischem Background
mit 5 Jahren Blockflötenunterricht, von angestrebter Querflöte wurde ihm abgeraten, da sein Gehör so gut war, außerdem fiel er vom Motorroller und verletzte sich die Lippe, infolgedessen:
Geigelernen ab 7 Jahre, ab 13 Jahren Wechsel zur Viola
ab 1981 Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler"- Berlin bei Erich Krüger und Alfred Lipka
1985: 2.Preis bei Nichtvergabe des 1. beim Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen
dann: Quartetthistorie startet
seit 1992 unterrichtet Stefan Fehlandt das Fach Kammermusik an der Hochschule "Hanns Eisler", seit 1997 ebenfalls Viola
Ablenkung vom Quartett durch: Soloauftritte mit Orchester, Sonatenabende mit Klavier, Kammermusiken mit z. B. Boris Pergamenschikow, Lars Vogt, Isabelle Faust, Antje Weithaas, Frank-Immo Zichner, Ib Hausmann, dem Cherubini Quartett und der Akademie für Alte Musik Berlin sowie dem Ensemble Oriol Berlin
Hobbys: Segeln, Fahrrad fahren, gut Essen, Pfeife rauchen, solide Autos
Stefan Fehlandt spielt eine Viola von Ritz Iwata, Amsterdam 1992

Stephan Forck
geb. 1965 in Brandenburg/Havel
5. Kind einer Pastorenfamilie
mit sechs Jahren beginnt er mit dem Cellospiel
1977 Besuch der Spezialschule für Musik "Hanns Eisler", seit 1979 Unterricht bei Joseph Schwab
1983: Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin
Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben
1995 Studium bei Bernard Greenhouse in Wellfleet (Cape Cod)
seit 1992 Lehrbeauftragter für Violoncello und Kammermusik an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin, dort seit 1999 Professor für Violoncello
Meisterkurse im In und Ausland